Gewerkschaftliche Erneuerung in der Eurokrise. Neue Organisationsformen der spanischen Gewerkschaften während des Protestzyklus ab 2011

mit Olaf Tietje, in PROKLA 177 (2014)

Die spanischen Gewerkschaften sind im Kontext der Eurokrise in einer schwierigen Situation, die in vielerlei Hinsicht als Zuspitzung der verschärften Herausforderungen für gewerkschaftliche Politik in der Europäischen Union gelten kann. In Folge zunehmenden Outsourcings, globaler Standortkonkurrenz und steigenden Beschäftigungsraten in ‘atypischen‘ Beschäftigungsfeldern verschlechterten sich die Bedingungen klassischer Gewerkschaftspolitk: Während die ökonomische Krise und ihre austeritätspolitische Bearbeitung die Handlungsmöglichkeiten der Gewerkschaften im Betrieb, aber auch auf staatlicher Ebene bzw. im sozialen Dialog stark einschränkte und gleichzeitig Mobilisierungen auf der Straße kaum noch Auswirkungen zeigten, verschärften sich die alltäglichen Krisen und die Prekarität der Lohnabhängigen. Ein basisdemokratischer Protestzyklus infolge der Platzbesetzungen der Bewegung 15M verstärkte zudem die Legitimitätskrise der als bürokratisch und institutionalisiert wahrgenommenen Gewerkschaften und ließ das Verhältnis vieler Aktivist_innen vor allem zu den Mehrheitsgewerkschaften als ein instrumentelles zurück.
Auf die Herausforderungen folgten gewerkschaftliche Neuorientierungen im Spannungsverhältnis zwischen Solidarität, Kooptierung und alltäglichen Organisierungsprozessen. Exemplarisch skizzieren wir diese im Folgenden an den Protesten der marea verde im Bildungsbereich, der marea blanca gegen die Privatisierung von Kliniken in Madrid und der veränderten Rolle linksradikaler Basisgewerkschaften wie der andalusischen SAT. (Volltext als *.pdf)

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